- ✓Ein KI-Chatbot mit RAG antwortet nur aus hinterlegten Dokumenten und nennt Quellen. Das unterscheidet ihn von einem frei plaudernden Sprachmodell.
- ✓Kosten entstehen in drei Blöcken: Einrichtung, laufender Verbrauch und Pflege der Wissensbasis.
- ✓Für die DSGVO braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, Verarbeitung in der EU, einen Hinweis in der Datenschutzerklärung und eine Löschfrist für Chatverläufe.
- ✓Besucher müssen erkennen können, dass sie mit einer KI schreiben.
- ✓Ein Chatbot lohnt sich, wenn dieselben Fragen häufig gestellt werden und gute Unterlagen vorhanden sind.
Von NIMTEG, Kiel · Aktualisiert am
Was ist ein KI-Chatbot für die Website?
Ein KI-Chatbot für die Website ist ein Chatfenster, in dem ein Sprachmodell Fragen von Besuchern in natürlicher Sprache beantwortet. Anders als ältere Chatbots mit festen Klickpfaden versteht er frei formulierte Fragen und formuliert die Antwort selbst.
Für Unternehmen ist die Variante mit Retrieval-Augmented Generation (RAG) der Standard. Dabei sucht das System zu jeder Frage die passenden Stellen aus den eigenen Unterlagen, etwa Produktseiten, Handbüchern oder FAQ, und gibt sie dem Modell als Grundlage mit. Der Bot antwortet dann nur aus diesen Quellen und sagt „dazu habe ich keine Information“, wenn nichts Passendes vorliegt.
| Regelbasierter Chatbot | KI-Chatbot mit RAG | |
|---|---|---|
| Eingabe | Buttons und feste Stichwörter | Freie Sprache |
| Antworten | Vorformuliert | Aus eigenen Dokumenten erzeugt, mit Quelle |
| Pflege | Jeder Pfad wird von Hand gebaut | Dokumente aktuell halten |
| Stärke | Vollständig vorhersagbar | Deckt viele verschiedene Fragen ab |
| Schwäche | Scheitert an unerwarteten Fragen | Braucht gute Unterlagen und Grenzen |
Was kostet es, einen KI-Chatbot erstellen zu lassen?
Die Kosten eines KI-Chatbots bestehen aus drei Blöcken. Wer nur nach dem Preis des Chatfensters fragt, übersieht die beiden größeren.
| Block | Was dazugehört | Art der Kosten |
|---|---|---|
| Einrichtung | Wissensbasis aufbauen, Regeln und Tonfall festlegen, Einbindung in die Website, Tests | Einmalig, abhängig vom Umfang |
| Laufender Verbrauch | API-Kosten des Sprachmodells, Hosting von Index und Protokollen | Monatlich, nach Nutzung |
| Pflege | Dokumente aktualisieren, unbeantwortete Fragen auswerten, Regeln nachschärfen | Monatlich oder nach Aufwand |
Beim laufenden Verbrauch liegen die API-Kosten bei typischen Mengen im Mittelstand zwischen 20 und 200 € im Monat. Der Betrieb eines eigenen Modells lohnt sich erst ab einem Verbrauch von etwa 500 € im Monat oder bei besonders vertraulichen Daten.
Die Einrichtung ist der größte Posten und hängt von vier Dingen ab:
- Umfang und Zustand der Unterlagen: zwanzig gepflegte FAQ oder fünfhundert PDF-Handbücher
- Anzahl der Kanäle: nur Website oder zusätzlich Teams, Slack oder WhatsApp Business
- Anbindungen: reine Auskunft oder Übergabe an CRM, Kalender und Ticketsystem
- Sprachen und Rollen: ein öffentlicher Bot oder zusätzlich ein interner mit Rechtekonzept
Fertige Chatbot-Dienste zum Monatspreis sind günstiger im Start, verarbeiten Daten aber oft außerhalb der EU und lassen wenig Kontrolle über Quellen und Grenzen. NIMTEG kalkuliert Chatbots individuell und nennt innerhalb von 48 Stunden nach dem Erstgespräch einen schriftlichen Festpreis. Details stehen unter Chatbots mit Firmenwissen.
Ist ein KI-Chatbot DSGVO-konform möglich?
Ja. Ein Chatbot verarbeitet personenbezogene Daten, sobald Besucher Namen, Kontaktdaten oder ihr Anliegen eintippen. Das ist zulässig, wenn die folgenden Punkte erfüllt sind.
- Rechtsgrundlage klären: Für die Beantwortung von Anfragen kommt meist Art. 6 Abs. 1 lit. b oder lit. f DSGVO in Frage. Das hängt vom Zweck ab und gehört in die Dokumentation.
- Auftragsverarbeitungsvertrag: Mit dem Anbieter des Sprachmodells und dem Hoster nach Art. 28 DSGVO.
- Verarbeitung in der EU: Modell über eine EU-Region beziehen, zum Beispiel Azure OpenAI oder Claude in der EU, oder selbst betreiben.
- Kein Training mit Chatdaten: Vertraglich ausschließen und in den Einstellungen prüfen.
- Datenschutzerklärung ergänzen: Zweck, Empfänger, Speicherdauer und Rechtsgrundlage nennen und im Chatfenster darauf verlinken.
- Löschfrist festlegen: Chatverläufe nur so lange speichern, wie sie gebraucht werden, zum Beispiel 30 oder 90 Tage.
- Sensible Daten vermeiden: Der Bot sollte nicht nach Gesundheitsdaten, Bankdaten oder Passwörtern fragen und Besucher darauf hinweisen, solche Angaben nicht einzugeben.
- Einwilligung prüfen: Speichert das Chatfenster Cookies oder lädt es Inhalte von Dritten, bevor der Besucher es öffnet, kann eine Einwilligung nötig sein.
Hosting in Deutschland und ein Modell in einer EU-Region vereinfachen die Prüfung erheblich, weil kein Drittlandtransfer begründet werden muss. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung.
Muss ein Chatbot als KI gekennzeichnet werden?
Ja. Die KI-Verordnung der EU verlangt in Art. 50, dass Menschen informiert werden, wenn sie mit einem KI-System interagieren, sofern das nicht ohnehin offensichtlich ist. In der Praxis genügt ein klarer Hinweis im Chatfenster, zum Beispiel: „Sie schreiben mit einem KI-Assistenten. Antworten können Fehler enthalten.“
Sinnvoll ist außerdem ein sichtbarer Weg zu einem Menschen. Ein Bot, der bei Unsicherheit oder auf Wunsch an eine Person übergibt, wird besser angenommen und verursacht weniger Beschwerden.
Wie läuft die Einrichtung ab?
- Ziel festlegen: Welche Fragen soll der Bot beantworten, und welche ausdrücklich nicht?
- Wissensbasis zusammenstellen: Website-Inhalte, FAQ, Produktdaten und Handbücher sammeln, veraltete Unterlagen aussortieren.
- Grenzen und Tonfall definieren: Themenbereich, Anrede, Verhalten bei fehlender Grundlage, Übergabe an Menschen.
- Testen mit echten Fragen: Fünfzig bis hundert Fragen aus E-Mails und Telefonaten durchspielen und die Antworten bewerten.
- Einbinden und beobachten: Chatfenster live schalten und wöchentlich die unbeantworteten Fragen auswerten.
Der vierte Schritt entscheidet über die Qualität. Ein Bot, der vor dem Start nur mit ausgedachten Fragen geprüft wurde, überrascht im Betrieb. Die Liste der unbeantworteten Fragen ist zugleich der beste Hinweis darauf, welche Inhalte auf der Website fehlen.
Wann lohnt sich ein KI-Chatbot und wann nicht?
Ein Chatbot lohnt sich, wenn viele Besucher ähnliche Fragen stellen, gute Unterlagen vorhanden sind und Anfragen auch außerhalb der Bürozeiten kommen. Typische Beispiele sind Produktberatung mit vielen Varianten, Support zu Software oder Geräten und Auskünfte zu Abläufen und Fristen.
Er lohnt sich nicht, wenn die Website wenige Besucher hat, wenn jede Anfrage individuell ist oder wenn es keine gepflegten Unterlagen gibt. In diesen Fällen bringt eine gute FAQ-Seite mit einem kurzen Kontaktformular mehr.
Wer statt Auskunft eher Abläufe automatisieren will, findet Beispiele im Beitrag ChatGPT im Unternehmen: 8 Anwendungsfälle. NIMTEG baut Chatbots mit Quellenangabe, festen Themengrenzen und Übergabe an Menschen und betreibt sie auf Wunsch vollständig in Deutschland. Mehr unter KI-Integration.
Quellen
Häufige Fragen
Was kostet ein KI-Chatbot im Monat?
Die API-Kosten liegen bei typischen Mittelstandsmengen zwischen 20 und 200 € im Monat. Dazu kommen die einmalige Einrichtung und die Pflege der Wissensbasis.
Kann der Chatbot falsche Antworten geben?
Ja, das lässt sich nicht vollständig ausschließen. Mit RAG, Quellenangaben und der Regel, bei fehlender Grundlage keine Antwort zu geben, sinkt das Risiko deutlich. Ein Hinweis auf mögliche Fehler gehört ins Chatfenster.
Welche Daten braucht der Chatbot?
Texte, die Fragen beantworten: Website-Inhalte, FAQ, Produktdaten, Handbücher, PDFs oder ein internes Wiki. Wichtiger als das Format ist ein Prozess, der die Inhalte aktuell hält.
Kann der Chatbot Anfragen an unser CRM übergeben?
Ja. Der Bot kann Branche, Anliegen und Kontaktdaten erfassen und strukturiert an CRM, E-Mail oder Kalender übergeben. Die Bewertung der Anfrage bleibt beim Team.
Brauche ich für den Chatbot einen Cookie-Banner?
Das hängt von der technischen Umsetzung ab. Wenn das Chatfenster vor dem Öffnen keine Cookies setzt und keine Daten an Dritte überträgt, ist oft keine Einwilligung nötig. Das sollte im Einzelfall geprüft werden.
Wie lange dauert die Einrichtung?
Ein Chatbot mit überschaubarer Wissensbasis ist in zwei bis vier Wochen einsatzbereit. Mit vielen Dokumenten, mehreren Kanälen oder Anbindungen dauert es länger.