- ✓WordPress passt, wenn Sie Inhalte oft selbst pflegen und viele fertige Funktionen brauchen. Es verlangt regelmäßige Updates.
- ✓Webflow passt für designstarke Marketing-Seiten ohne eigene Technik. Hosting und Daten liegen bei einem US-Unternehmen.
- ✓Individuelle Entwicklung passt, wenn Ladezeit, Sicherheit und Schnittstellen wichtig sind und ein Dienstleister die Seite betreut.
- ✓Für Google ist das System egal. Entscheidend sind Ladezeit, Struktur und Inhalte.
Von NIMTEG, Kiel · Aktualisiert am
WordPress, Webflow oder individuell: die kurze Antwort
Für die meisten kleinen Unternehmen entscheidet eine einzige Frage: Wer pflegt die Website nach dem Start? Wer selbst wöchentlich Inhalte ändert, ist mit WordPress oder Webflow gut bedient. Wer die Pflege ohnehin an einen Dienstleister gibt, fährt mit einer individuell entwickelten Seite oft schneller und sicherer.
| Kriterium | WordPress | Webflow | Individuell |
|---|---|---|---|
| Typ | Open-Source-CMS | Gehosteter Baukasten für Profis | Eigener Code, z. B. mit Next.js oder Astro |
| Laufende Kosten | Hosting plus Wartung | Monatliches Abo je Website | Hosting plus Betreuung |
| Selbst pflegen | Gut, mit Einarbeitung | Gut über den Editor | Nur mit angebundenem CMS |
| Wartungsaufwand | Hoch: Core, Theme, Plugins | Gering | Gering bis mittel |
| Ladezeit | Stark abhängig von Theme und Plugins | Gut | Sehr gut |
| Hosting in Deutschland | Frei wählbar | Nicht wählbar | Frei wählbar |
| Anbieterbindung | Gering | Hoch | Gering, wenn der Code Ihnen gehört |
| Erweiterbarkeit | Sehr hoch über Plugins | Begrenzt | Unbegrenzt, mit Entwicklungsaufwand |
WordPress: Stärken und Schwächen
WordPress ist ein Open-Source-System zur Verwaltung von Website-Inhalten und laut W3Techs auf über 40 Prozent aller Websites im Einsatz. Diese Verbreitung ist der größte Vorteil: Es gibt für fast jede Funktion ein Plugin, und fast jeder Webentwickler kann eine bestehende Installation übernehmen.
Die Schwäche liegt im Betrieb. Eine typische WordPress-Seite besteht aus dem Kern, einem Theme und zehn bis dreißig Plugins von verschiedenen Herstellern. Jedes Teil braucht Updates, und veraltete Plugins sind der häufigste Einstiegspunkt für Angriffe auf WordPress-Seiten. Seitenbaukästen wie Elementor oder Divi machen die Gestaltung einfach, laden aber viel Code und kosten Ladezeit.
WordPress ist eine gute Wahl, wenn ein Wartungsvertrag besteht und die Plugin-Liste kurz bleibt. Ohne Wartung wird es zum Risiko. Was dazu gehört, steht unter Wartung & Updates.
Webflow: Stärken und Schwächen
Webflow ist ein gehosteter Website-Baukasten für Designer, der sauberen Code erzeugt und Hosting, Sicherheit und Updates selbst übernimmt. Es gibt keine Plugins zu pflegen, und die Seiten laden in der Regel schnell.
Dem stehen drei Einschränkungen gegenüber. Erstens ist Webflow ein US-Unternehmen, und der Hosting-Standort lässt sich nicht frei wählen. Für die DSGVO bedeutet das: Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen, Drittlandtransfer prüfen und in der Datenschutzerklärung nennen. Zweitens sind Sie an die Plattform gebunden. Inhalte lassen sich exportieren, die Seite selbst mit CMS-Funktionen und Formularen läuft nur dort. Drittens steigen die Abo-Kosten mit Seitenzahl, Mehrsprachigkeit und Besucherzahl.
Webflow passt gut zu Marketing-Seiten, bei denen Gestaltung und Animation im Vordergrund stehen und ein Team ohne Entwickler Inhalte pflegt.
Individuelle Entwicklung: Stärken und Schwächen
Eine individuell entwickelte Website wird mit einem Framework wie Next.js oder Astro programmiert und enthält nur den Code, den sie braucht. Das Ergebnis sind sehr kurze Ladezeiten und eine kleine Angriffsfläche, weil es keine Plugin-Landschaft und oft keine öffentlich erreichbare Admin-Oberfläche gibt.
Der Hosting-Standort ist frei wählbar, Schnittstellen zu CRM, Warenwirtschaft oder KI-Diensten lassen sich direkt einbauen. Der Nachteil: Änderungen an Struktur und Funktion brauchen einen Entwickler. Für redaktionelle Inhalte lässt sich ein schlankes CMS anbinden, sodass Texte und Bilder trotzdem ohne Programmierung gepflegt werden können.
Individuelle Entwicklung lohnt sich, wenn die Website betreut wird und der Code dem Auftraggeber gehört. Beides sollte im Vertrag stehen.
Welches System ist besser für SEO?
Google bevorzugt kein System. Bewertet werden Ladezeit, mobile Darstellung, saubere Seitenstruktur, strukturierte Daten und Inhalte, die eine Suchanfrage beantworten. Alle drei Wege können das leisten.
In der Praxis unterscheiden sie sich darin, wie leicht man es falsch macht. WordPress-Seiten mit schwerem Theme verfehlen häufig die Core Web Vitals. Webflow liefert ordentliche Werte, bietet aber weniger Kontrolle über technische Details. Individuelle Seiten erreichen die besten Werte, wenn der Entwickler SEO von Anfang an mitdenkt. Die technischen Grundlagen beschreibt die Seite Technische SEO & Performance.
Entscheidungshilfe: Welcher Weg passt zu Ihnen?
- Sie veröffentlichen wöchentlich Beiträge und wollen viele fertige Funktionen: WordPress mit Wartungsvertrag.
- Sie haben ein Marketing-Team ohne Entwickler und legen Wert auf Design: Webflow, mit geprüftem Datenschutz.
- Sie wollen maximale Ladezeit, Hosting in Deutschland und Schnittstellen zu anderen Systemen: individuelle Entwicklung mit Betreuung.
- Sie brauchen einen Shop mit vielen Produkten: ein Shopsystem wie Shopify oder Shopware, keine der drei Optionen.
- Sie wollen nur eine digitale Visitenkarte: ein einfacher Baukasten reicht. Siehe Website kaufen oder selbst bauen?.
NIMTEG entwickelt Websites individuell und übernimmt Hosting und Wartung als Paket. Bestehende WordPress-Seiten können nach einem kostenlosen Check in die Wartung übernommen werden. Preise und Modelle erklärt der Beitrag Was kostet eine Website in Kiel?.
Häufige Fragen
Ist WordPress unsicher?
WordPress selbst wird aktiv gepflegt. Unsicher werden Installationen durch veraltete Plugins und Themes. Mit monatlichen Updates, wenigen Plugins und Backups lässt sich WordPress sicher betreiben.
Ist Webflow DSGVO-konform?
Webflow lässt sich datenschutzkonform einsetzen, wenn ein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht und der Drittlandtransfer in die USA geprüft und dokumentiert ist. Der Hosting-Standort ist allerdings nicht frei wählbar.
Kann ich eine individuell programmierte Website selbst bearbeiten?
Ja, wenn ein CMS angebunden ist. Texte, Bilder und Beiträge lassen sich dann ohne Programmierung pflegen. Änderungen an Layout und Funktionen übernimmt der Entwickler.
Welches System ist am günstigsten?
Im Start ist WordPress mit Template meist am günstigsten. Über mehrere Jahre gleichen sich die Kosten an, weil WordPress mehr Wartung braucht und Webflow monatliche Abo-Gebühren hat.
Kann ich später das System wechseln?
Ja. Inhalte lassen sich übertragen, Design und Funktionen müssen neu aufgebaut werden. Wichtig ist, alle alten Adressen auf die neuen weiterzuleiten, damit Rankings erhalten bleiben.